1. Grundlagen
Die Gaming-Branche boomt und bietet Unternehmen neue, innovative Wege, um ihre Zielgruppen zu erreichen. Gaming Marketing hat sich zu einer eigenständigen Disziplin entwickelt, die weit über klassische Werbeformate hinausgeht. In diesem Beitrag beleuchten wir, was Gaming Marketing ausmacht, welche Marktstatistiken aktuell relevant sind und wie die Gaming-Culture tiefgreifende Einblicke in das Konsumverhalten bietet.
Was ist Gaming Marketing?
Gaming wird oft noch immer stereotypisch als Nischenbereich wahrgenommen – dabei ist es längst Mainstream und fester Bestandteil der Popkultur. Die Realität zeigt, dass der Gaming-Markt enorm lukrativ ist – grösser als die traditionellen Medien wie Musik, Streaming und Kino zusammen.Alleine in der Schweiz spielen 4 Millionen Menschen wöchentlich. Dieses gigantische Wachstumspotenzial wird nicht nur von reinen Gaming-Anbietern genutzt, sondern auch von Marken, die auf den ersten Blick nichts mit Games oder Hardware zu tun haben: 90% der 100 global wertvollsten Marken integrieren inzwischen Gaming-Elemente in ihre Marketingstrategien.
Gaming Marketing umfasst alle Marketingaktivitäten, die speziell auf die Zielgruppen der Gamer*innen ausgerichtet sind. Es geht dabei nicht nur um das Schalten von In-Game-Ads oder die Platzierung von Produktplatzierungen in Spielen – es ist eine ganzheitliche Strategie, die sowohl Online- als auch Offline-Massnahmen integriert. Dabei gilt es jedoch zwei wesentliche Strömungen zu unterscheiden:
1. Marketing für die Gaming-Branche. Das heisst, Werbung für Produkte oder Dienstleistungen aus der Gaming-Branche, wie Games, Hardware, Highspeed-Internet oder Esports-Turniere.
2. Culture-Marketing, bei dem die Kraft des Themas Gaming genutzt wird, um die «unerreichbare Zielgruppe» der Gamer*innen für Produkte und Dienstleistungen zu erreichen, aus – vermeintlich – gaming-fremden Branchen.
Aktuelle Gaming-Markt Statistiken
Die Gaming-Branche zeigt weiterhin beeindruckende Wachstumszahlen. Laut aktuellen Statistiken ist das Marktvolumen in den letzten Jahren stetig gestiegen – allein für das Jahr 2024 wurde ein Volumen 187.7 Milliarden USD errechnet. Getrieben wird das Wachstum von der zunehmenden Verbreitung von Mobile Gaming, innovativen Technologien und dem stetig wachsenden Interesse an Esports. Unternehmen investieren verstärkt in digitale Werbeformate, um von diesen Entwicklungen zu profitieren.
Einige der wichtigsten Kennzahlen sind:
- Wachstumsraten: Die Branche weist jährlich hochprozentige Wachsumtsraten auf, was sie zu einem der dynamischsten Märkte macht. Die Beratungsagentur PwC rechnet Im «German Entertainment & Media Outlook 2024-2028» gar mit einem jährlichen Wachstum von 9.5% – alleine für den deutschen Markt.
- Umsatztrends: Durch den verstärkten Einsatz von In-Game Monetarisierung und Premium-Angeboten sind die Umsätze kontinuierlich gestiegen. So gehört zum Beispiel der Verkauf von sogenannten «Battle-Passes», also saisonal verfügbare Game-Inhalte, mit 10.8% zu den stärksten Treibern der Branche.

Gaming-Culture verstehen: Mehr als nur Spiele
Hinter jedem erfolgreichen Gaming-Marketing-Konzept steht das tiefe Verständnis der Gaming-Culture. Diese Kultur ist geprägt von einer Vielzahl an Elementen, die weit über das reine Spielen hinausgehen. Die Community lebt von gemeinsamen Erlebnissen, interaktiven Events und einem starken Gefühl der Zugehörigkeit. Trotzdem gilt es zu beachten, dass Gaming nicht gleich Gaming ist. Es gibt zahlreiche subkulturelle Strömungen. Am besten lässt sich dies mit der Musikbranche vergleichen, wo die unterschiedlichen Genres ganz andere Zielgruppen ansprechen. Diese unterscheiden sich nicht nur durch das, was sie hören, sondern auch durch individuelle Lifestyles, Kleidung, Vorlieben und letztlich das Konsumverhalten. Ein präzises Verständnis der unterschiedlichen Communities ist deswegen ein entscheidender Vorteil.
Ein zentraler Aspekt ist der Lifestyle, der eng mit dem Gaming verbunden ist, denn für viele Gamer*innen bedeutet die Teilnahme an Foren, Streams und Social-Media-Gruppen nicht nur der Austausch über Spiele, sondern auch das Erleben und Teilen von Werten, Trends und kulturellen Besonderheiten. Unternehmen, die hier punkten wollen, setzen auf:
- Subkultur verstehen: Gaming ist ein Überbegriff – die Szene selbst ist ein riesiges Sammelbecken für alle Arten Subkulturen. Sie unterscheiden sich von Game zu Game, von Genre zu Genre und von Freundesgruppe zu Freundesgruppe. Darum ist eine vertiefte Kenntnis der verschiedenen Communities unverzichtbar für eine authentische Ansprache der Zielgruppe.

- Mehrwert für die Community schaffen: Oberstes Ziel muss sein, der Community etwas zu bieten, das ihre Erlebniswelt bereichert. Das muss nicht gleichbedeutend mit Gamification sein, es soll viel mehr das ergänzen, was die Zielgruppe schätzt. Im Idealfall wird es selbst Teil der Szene. Ein Mehrwert bedeutet nicht unbedingt, dass man der Community einen tollen Event organisieren oder Produkte schenken muss. Ein Mehrwert kann aber natürlich auch eine gute Kampagne sein – mit einer Botschaft, die in der Community verstanden wird. Ein gutes Anschauungsbeispiel dafür bietet unser Smile-Case.
- Auf Augenhöhe kommunizieren: Respekt, Authentizität und Transparenz sind Grundpfeiler in der Ansprache der Zielgruppe. Denn Gaming ist hauptsächlich Passion-getrieben. Die Communities identifizieren sich stark mit ihrem Genre und entwickeln eigene Sprachcodes, um sich darüber auszutauschen. Künstliche Kommunikationsversuche von aussen werden sehr schnell enttarnt und abgelehnt. Eine authentische Botschaft muss von innerhalb kommen.
MYI INSIGHT
«Ein kurzer Blick in den Chat bei Gaming-Streaming-Anbietern lässt bereits erahnen, wie individuell die Sprachen sind. Sie unterscheidet sich gar in Emotes, die auf die jeweiligen Creator*innen zugeschnitten sind. Ich empfehle jedem und jeder, mal auf Twitch.tv vorbeizuschauen.»
Cédric Schlosser, CEO, Managing Partner & Co-Founder MYI
Ein tiefer Einblick in die Gaming-Culture hilft dabei, Marketingmassnahmen so zu gestalten, dass sie nicht als plump wahrgenommene Werbeaktionen, sondern als integraler Bestandteil des Gaming-Erlebnisses empfunden werden. So entsteht eine nachhaltige Beziehung zwischen Marke und Konsument.
Fazit
Gaming Marketing ist weit mehr als nur eine Erweiterung traditioneller Werbestrategien. Es handelt sich um ein komplexes Zusammenspiel aus zielgruppenspezifischen Massnahmen, der Auswertung von Marktdaten und einem tiefen Verständnis der Gaming-Culture. Unternehmen, die diesen Ansatz verfolgen, können von einer wachsenden Branche profitieren und gleichzeitig authentische Verbindungen zu einer sehr engagierten Community aufbauen.
Die Entwicklung des Gaming-Marktes zeigt, dass es sich um einen zukunftssicheren Bereich handelt, in dem innovative und kreative Ansätze den Unterschied machen. Marken, die sich hier erfolgreich positionieren, profitieren von einer langfristigen Kundenbindung und einer gesteigerten Markenwahrnehmung – ein entscheidender Vorteil in einem hart umkämpften Markt.
Übrigens: Falls ihr euch fragt, warum wir konsequent ss anstatt ss schreiben: Dies ist kein Schreibfehler, sondern der Way-to-go in der Schweiz, woher auch der Schreiber dieser Zeilen stammt.
2. Die Gaming-Zielgruppe: Einblicke in Demographie, Communities, Konsumverhalten und Social Media
Die Welt des Gamings ist vielschichtig – sie umfasst eine diverse Zielgruppe, die weit über stereotype Vorstellungen hinausgeht. Und so viel vorweg: es ist längst im Mainstream angekommen. In diesem Kapitel beleuchten wir, wie sich die Demographie und Psychographie der Gamer*innen zusammensetzt, welche Dynamiken in Gaming Communities herrschen, wie das Konsumverhalten aussieht und welche Rolle Social Media spielt. Nur wenn man die Zielgruppe genau versteht, ist es möglich, eine passgenaue Marketingstrategie zu entwickeln.
Demographie und Psychographie
In der Schweiz spielen mehr als die Hälfte der Bevölkerung zwischen 15 und 75 Jahren Videospiele – das sind rund 3.4 Mio. Personen, davon etwa 1.3 Mio. täglich. In Deutschland sind es sogar 37.5 Mio. Gamer:innen bzw. 59 % der 6- bis 69-Jährigen, die regelmässig spielen. Die Alters- und Nutzungsprofile ähneln jenen der Schweiz – mit starkem Zuwachs bei Millennials, Gen Z und den „Silver Gamers“ (über 60 Jahre). Um Gamer*innen erfolgreich anzusprechen, ist es wichtig, sowohl demografische als auch psychografische Merkmale zu verstehen:
- Altersgruppen:
Heutzutage gamen wirklich alle Altersgruppen. Momentan sind die stärksten Generationen noch die Millennials, gefolgt von der Gen Z. Berühmt berüchtigt ist auch die wachsende Gruppe der «SilverGamer»: Sie haben die Rente erreicht und endlich Zeit, um richtig zu spielen. - Geschlechtsspezifika:
Auch wenn das Bild des typischen Gamers lange männlich geprägt war, zeigt die Realität ein deutlich diverseres Bild. Tatsächlich sind rund die Hälfte 48% fast die Hälfte weiblich. Bei einem jüngeren Publikum zwischen 12-19 Jahren ist das Bild traditioneller: Dort gamen 96% der männlichen Jugendlichen und 65% der weiblichen regelmässig. Mit zunehmendem Alter überholt die weibliche Gamerschaft aber sogar die männliche. - Wirtschaftliche Verhältnisse & Konsumverhalten:
Gaming kennt keine Klassengrenzen. Gedaddelt wird auf jedem Einkommensniveau. Und das praktisch gleichmässig verteilt – egal, welche Einkommensstufe betrachtet wird. In der Schweiz geben 4 Millionen Gamer*innen im Durchschnitt CHF 162.90 pro Jahr aus. In Deutschland waren es 2023 208 USD.

- Interessen & Motivation:
Die Motive, die hinter dem Gaming stehen, sind ebenso vielfältig wie die Spiele selbst. Viele Gamer*innen schätzen den Wettbewerb, während andere den sozialen Austausch und die Möglichkeit, in virtuelle Welten einzutauchen, bevorzugen. Hobbys, Lifestyle-Präferenzen und technologische Affinitäten prägen die Persönlichkeit und die Kaufentscheidungen. Im Wesentlichen können sechs Gaming-Typen unterschieden werden: Der kompetitive, der soziale, der entdeckende, der entspannte, der getriebene und der zeitvertreibende Typ.

Gaming Communities verstehen
Gaming Communities sind das Herzstück der Branche und bieten zahlreiche Ansatzpunkte für zielgerichtetes Marketing:
- Community Dynamiken:
Innerhalb von Gaming-Communities entwickeln sich eigene Strukturen und Hierarchien. Langjährige Mitglieder*innen, Moderatoren*innen und Influencer*innen prägen das Miteinander und beeinflussen, wie Inhalte wahrgenommen werden. Das Verständnis dieser Dynamiken ermöglicht es Marken, authentisch in die Community einzutauchen. - Foren & Plattformen:
Gamer treffen sich nicht nur in den Spielen selbst, sondern auch auf spezialisierten Foren, Social Media Gruppen und Plattformen wie Discord, Reddit oder Twitch. Diese Orte sind ideal, um die Zielgruppe und ihre Sprache und Kultur kennenzulernen und mit ihr in Dialog zu treten. - Engagement Strategien:
Erfolgreiche Marken wissen, dass es nicht ausreicht, nur präsent zu sein. Interaktive Aktionen, exklusive Inhalte und regelmässiger Austausch fördern die Bindung und steigern das Engagement. Events, Challenges und gemeinsame Projekte können hier wertvolle Bausteine sein. - Social Influence:
Innerhalb der Communities spielen Meinungsführer eine zentrale Rolle. Diese Influencer, ob in Form von Streamer*innen, Content Creators oder Esportler*innen, besitzen das Vertrauen ihrer Followerschaft und können als authentische Multiplikatoren agieren. Eine Zusammenarbeit mit ihnen lohnt sich besonders, da sie gegenüber anderen Influencer*innen eine im Durchschnitt 7% höhere Glaubwürdigkeit besitzen.
Kaufkraft und Konsumverhalten
Die wirtschaftlichen Potenziale im Gaming-Bereich sind enorm – ein Aspekt, der für Marketingstrategien von zentraler Bedeutung ist:
- Ausgabeverhalten:
Gamer investieren signifikante Summen in ihr Hobby. In der Schweiz geben 4 Millionen Gamer*innen im Durchschnitt CHF 162.90 pro Jahr aus. In Deutschland sind es ca. 208 USD. Dabei reichen die Ausgaben von klassischen Spielekäufen bis hin zu regelmässigem Investment in zusätzliche Inhalte, Zubehör und exklusive Angebote.
Und dazu gibt es viele Möglichkeiten:
- Games:
Die Monetarisierung von Games geht längst über den Kauf eines Spieles hinaus. Von Mikrotransaktionen und In‑Game‑Käufen (Skins, Loot‑Boxen, Booster) über Premium‑Käufe („Paid Games“) bei Blockbustern bis hin zu Abo‑Modellen wie Xbox Game Pass oder EA Play findet man inzwischen alles. Währenddessen sorgt saisonaler Zusatz-Content wie Battle‑ bzw. Season‑Pässe regelmässig für neue Challenges und Rewards. Downloadable Content (DLC) hingegen sind käufliche Erweiterungen zu bestehenden Spielen, die den Spieler*innen langfristig erhalten bleiben. - Gaming Hardware:
Gamer*innen investieren in High‑End‑Setups – Konsolen wie PlayStation oder Xbox, leistungsstarke Gaming‑PCs und Laptops bilden die Basis. Hinzu kommen Peripheriegeräte wie ultra präzise Mäuse, mechanische Tastaturen, Controller mit Programmierfunktionen und hochwertige Headsets. Und nicht zuletzt auch in ergonomische Gaming‑Stühle und optimierte Schreibtische, die das perfekte Gaming-Erlebnis ermöglichen. - Weiteres:
Natürlich investieren Gamerinnen und Gamer ihr Geld auch an anderen Orten rund um ihr persönliches Gaming-Erlebnis. Angefangen bei Highspeed-Internet bis zu bezahlten Premiumangeboten von Discord, Twitch, Youtube und Co, um einerseits Inhalte freizuschalten, aber auch, um ihre Community oder Streamer*innen zu unterstützen.
Social Media
Social Media ist ein zentrales Instrument, um mit der Gaming-Zielgruppe in Kontakt zu treten und sie kontinuierlich zu binden. Dabei gibt es Channels, die Gaming-nahe sind und andere, allgemeinere soziale Medien, die für Gamer*innen relevant sind.

- Discord
Discord ist oftmals das Herzstück einer jeder Gaming-Community. Es vereint Voice-Chat, Messenger, Streaming und viele weitere Funktionen unter einem Dach und kann gratis verwendet werden. Trotzdem ist der Zugang dazu scheinbar exklusive, weil das Tool und die entsprechenden Communities ausserhalb der Szene wenig bekannt sind. Und das obwohl die Plattform über eine halbe Millliarde registrierte User*innen hat. Mehr zu Discord und warum Discord so erfolgreich ist findest du in unserem Blog Artikel. - Twitch
Twitch ist die Live‑Streaming‑Plattform Nummer 1 im Gaming. Streamer*innen bauen enge Verbindungen zu den Zuschauenden auf, indem sie in Echtzeit spielen, chatten und auf Fragen eingehen. Für Marken sind gesponserte Streams, gebrandete Interstitials und Community‑Challenges lohnende Formate, um die Zielgruppe zu erreichen. Mehr zu Twitch und den Freatures, die Twitch so einzigartig machen. Und hier erfährt man, wie man auf Twitch erfolgreich Werbung und Marketing machen kann. - Reddit
Reddit bietet für jedes nur erdenkliche Thema eigene «Subreddits», in denen sich User*innen zu ihren Herzensthemen austauschen: In Diskussionen, Memes, Videos, Strategie-Tipps oder Selbsthilfen. Die Anonymität fördert offene, ehrliche Gespräche. Wer Reddit erfolgreich nutzen will, liefert wertvollen Content statt plakativer Werbung und kann so die Community langfristig binden. - Youtube
Youtube ist zwar ein absoluter Generalist unter den Plattformen, aber als solcher halt auch genauso relevant für die Gaming-Community. Es ist ein Sammelbecken für sämtlichen Content, insbesondere für Gaming-Content anderer Plattformen, der für Youtube nochmals aufbereitet wird und bietet selbst auch eine viel genutzte Streaming-Funktion. Gerade für Tutorials, Reviews, Let’s-Plays und Ähnliches ist Youtube nicht wegzudenken. Mehr dazu, wie man YouTube im Gaming-Marketing einsetzen kann. - Weitere Social Media:
Diese Plattformen spielen zwar keine direkte Hauptrolle im Gaming‑Marketing, bieten aber wichtige Ergänzungen vor allem in Sachen Community-Bindung: X für schnelle News über relevante Themen und direkten Austausch mit Entwicklern, Facebook, TikTok und Instagram für Background Storys sowie Einblicke in den Alltag von Gaming-Exponenten.
Bonus:
- Influencer Impact:
Influencer haben sich im Gaming zu den ultimativen Markenbotschaftern entwickelt: Sie kombinieren Authentizität, Reichweite und tiefe Community-Bindung zu einem unschlagbaren Marketinginstrument. Im 4. Kapitel zeigen wir dir im Detail, welche Influencer‑Typen (von Micro- bis Macro‑Creator, Streamer und Trendsetter) sich für welche Kampagnenziele eignen, wie du plattformspezifische Strategien für YouTube, Twitch & Co. optimal aufsetzt und welche Engagement‑Formate deine Botschaften optimal transportieren. Ausserdem zeigen wir dir, wie du den Erfolg deiner Influencer‑Massnahmen mit klaren KPIs, Reichweiten‑ und Conversion‑Metriken sowie modernen Analysetools zuverlässig misst und so deinen ROI langfristig maximierst.
MYI INSIGHT
Authentisch sein ist darum so wichtig, weil die Zielgruppe sehr heterogen, sehr digital und dadurch schwer zu erfassen ist. Es gibt also sehr viele Fettnäpfchen, in die man reintreten kann. Dies führt dann nicht zu einem neutralen Marketing-Effekt, sondern einem negativen, weil es schnell zu einem Shitstorm kommen kann. Es ist umso wichtiger, sich Unterstützung zu holen, um mit der Zielgruppe auf Augenhöhe zu kommunizieren und sich bei einer Agentur mit spezifischen Kompetenzen beraten zu lassen. MYI hat langjährige Erfahrung in diesen Bereichen und ist selbst aktiver Teil der Gaming-Szene.
Manuel Oberholzer, COO, Managing Partner & Co-Founder MYI
Fazit
Die Zielgruppe der Gamer*innen ist komplex und facettenreich. Ein tiefes Verständnis der Demographie und Psychographie, der dynamischen Community-Strukturen, des ausgeprägten Konsumverhaltens sowie der Rolle von Social Media bietet die Basis für erfolgreiche Marketingstrategien. Marken, die diese Aspekte berücksichtigen und authentisch mit der Zielgruppe kommunizieren, können langfristig eine starke Bindung zu dieser aufbauen. Indem sie sich in die Welt der Gamer einfühlen und deren Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellen, schaffen sie nicht nur mehr Reichweite, sondern auch nachhaltige Markenerlebnisse in einer der dynamischsten Branchen unserer Zeit.
3. Ansätze für erfolgreiches Gaming Marketing
Die dynamische Gaming-Branche erfordert innovative und flexible Marketingansätze, die sich an den Besonderheiten der Community und der vielfältigen Kanäle orientieren. In diesem Beitrag stellen wir drei zentrale Strategien vor, die Marken dabei unterstützen, nachhaltig und authentisch im Gaming-Bereich zu agieren.
Community-First Approach
Eine der effektivsten Strategien im Gaming Marketing ist es, die Community in den Mittelpunkt zu stellen. Anstatt lediglich Werbung zu schalten, geht es darum, eine aktive und engagierte Community aufzubauen, die als Multiplikator und langfristige Markenbotschafterin fungiert.
- Community Aufbau:
Der erste Schritt besteht darin, eine Plattform zu schaffen, auf der sich Gamer*innen austauschen können. Dies kann durch eigene Foren, Social Media Gruppen, Discord-Server oder Live-Events geschehen. Der Fokus liegt darauf, einen Raum zu bieten, in dem sich die Zielgruppe verstanden und wohl fühlt. - Engagement Taktiken:
Interaktive Aktionen wie Esports-Turniere, Wettbewerbe, Q&A-Sessions, exklusive Previews oder Community-Challenges erhöhen die Beteiligung und sorgen für regelmässige Interaktionen. Je mehr die Community eingebunden wird, desto stärker wird die Bindung zur Marke. - Nutzerinteraktion:
Direkter Dialog mit den Nutzern ist entscheidend. Feedback-Runden, Umfragen und Live-Events ermöglichen es, auf die Bedürfnisse der Community einzugehen und kontinuierlich zu optimieren. Authentische Kommunikation stärkt das Vertrauen und fördert die Loyalität. - Langfristige Bindung:
Der Community-First Approach zielt darauf ab, langfristige Beziehungen aufzubauen. Regelmässige, authentische Interaktionen und das Eingehen auf Community-Wünsche tragen dazu bei, dass die Zielgruppe sich nicht nur als Kunden, sondern als Teil der Markenfamilie fühlt.
MYI INSIGHT
Ein gutes Beispiel für den Community-First Approach ist unser Projekt für den TCS. Im Rahmen der TCS eSports League war von Beginn an klar, dass mit der Esports Liga ein Produkt geschaffen werden soll,, das nahe an der Community ist. Die Liga wurde über die Jahre zusammen mit der Community weiterentwickelt und war für Schweizer Rocket League Spieler*innen der wichtigste Pfeiler ihrer Szene.
Constantin Rittmann, Partner & Country Manager Germany
Authentizität im Gaming
In der Gaming-Welt sind Authentizität und Glaubwürdigkeit essenziell. Gamer schätzen Marken, die ihre Sprache sprechen und deren Werte mit der eigenen Leidenschaft übereinstimmen.
- Glaubwürdigkeit:
Um als authentisch wahrgenommen zu werden, müssen Marken ihre Versprechen einhalten und sich konsequent an den Werten der Gaming-Community orientieren. Authentizität entsteht, wenn Marketingbotschaften und -aktionen den echten Erfahrungen und Erwartungen der Gamer entsprechen. - Markenkultur:
Eine starke, authentische Markenkultur zeigt, dass die Marke den Spirit des Gamings versteht. Das bedeutet, die Werte und den Lifestyle der Community in die eigene Identität zu integrieren, sei es durch die Wahl der richtigen Influencer*innen oder durch inhaltlich relevante Kampagnen. - Transparente Kommunikation:
Offene und ehrliche Kommunikation ist der Schlüssel zu einer vertrauensvollen Beziehung. Marken sollten ihre Strategien, Entscheidungen und auch gelegentliche Herausforderungen offen darlegen, um so eine echte Verbindung zu ihrer Zielgruppe aufzubauen. - Storytelling:
Geschichten, die den Nerv der Zielgruppe treffen, machen Marken greifbar und sympathisch. Durch authentisches Storytelling – sei es in Form von Erfahrungsberichten, Behind-the-Scenes Einblicken oder Erfolgsgeschichten aus der Community – können Marken eine emotionale Bindung schaffen. - Es gibt nicht “die eine Gaming-Zielgruppe”. Wie im Kapitel 2 aufgezeigt, ist die Zielgruppe der Gamer*innen sehr gross und vielseitig und besteht aus vielen Sub-Communities. Solche Sub-Communities entwickeln auch eigene Kulturen mit eigener Sprache. Dies zu verstehen, ist essentiell für eine glaubwürdige und authentische Kommunikation.
Cross-Platform Marketing
Die Zielgruppe der Gamer*innen ist über zahlreiche Plattformen verteilt. Ein integrierter, kanalübergreifender Ansatz ermöglicht es Marken, ihre Botschaften konsistent und zielgruppengerecht zu verbreiten.
- Multi-Channel Ansätze:
Durch den Einsatz verschiedener Kommunikationskanäle – von Social Media über Streaming-Plattformen bis hin zu Influencer*innen – wird sichergestellt, dass die Botschaft überall dort ankommt, wo die Zielgruppe aktiv ist. - Zielgruppenübergreifend:
Unterschiedliche Kanäle bieten die Möglichkeit, verschiedene Segmente und Sub-Communities der Zielgruppe anzusprechen. - Synergien nutzen:
Cross-Platform Marketing ermöglicht es, Synergien zwischen den einzelnen Kanälen zu erkennen und zu nutzen. Inhalte können angepasst und in unterschiedlichen Formaten wiederverwendet werden, wodurch Ressourcen gespart werden und ein einheitliches Markenerlebnis entsteht. - Integrierte Kampagnen:
Kampagnen, die alle relevanten Kanäle miteinander verbinden, erzielen meist die grösste Wirkung. Dabei ist es wichtig, dass die Botschaft konsistent bleibt und die jeweilige Plattform-spezifische Sprache und Formate berücksichtigt werden, um eine authentische und einheitliche Markenpräsenz zu gewährleisten.
Fazit
Gaming Marketing Strategien wie der Community-First Approach, authentische Markenkommunikation und Cross-Platform Marketing sind essenziell, um in der vielfältigen und schnelllebigen Welt des Gamings erfolgreich zu sein. Unternehmen, die diese Ansätze miteinander kombinieren, können nicht nur die Reichweite erhöhen, sondern auch eine langfristige und emotionale Bindung zu ihrer Zielgruppe aufbauen. Authentizität und die kontinuierliche Interaktion mit der Community stehen dabei im Mittelpunkt – als Fundament für nachhaltige Erfolge im Gaming Marketing.


