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Erfolgreiches Gaming Influencer Marketing

21. June 2026byMYI

Gaming Influencer Marketing hat sich in der Gaming-Branche als wichtiger Erfolgsfaktor etabliert. Durch die Zusammenarbeit mit authentischen Persönlichkeiten, die das Vertrauen ihrer Community geniessen, können Marken ihre Reichweite erhöhen, relevante Zielgruppen ansprechen und Kampagnen glaubwürdig in der Gaming-Culture verankern.

Dabei geht es nicht nur darum, bekannte Gesichter mit grosser Reichweite einzubinden. Entscheidend ist vielmehr, welche Rolle ein*e Influencer*in innerhalb der eigenen Community einnimmt, auf welcher Plattform er oder sie aktiv ist und wie glaubwürdig die Zusammenarbeit zur Marke passt. In diesem Beitrag beleuchten wir die verschiedenen Typen von Gaming Influencer*innen, plattformspezifische Strategien sowie die Messung von Kampagnenerfolgen im Gaming Influencer Marketing.

Gaming Influencer Marketing und die verschiedenen Influencer Typen

Die Vielfalt der Influencer*innen in der Gaming-Welt ermöglicht es Marken, ihre Zielgruppen auf unterschiedliche Weise anzusprechen. Dabei unterscheiden sich Influencer*innen nicht nur nach Reichweite, sondern auch nach Content-Format, Community-Nähe und ihrer Funktion innerhalb der Szene.

Micro- vs. Macro-Influencer*innen

Während Macro-Influencer*innen eine breite Reichweite und ein grosses Publikum mitbringen, punkten Micro-Influencer*innen oft durch eine engere Bindung zu ihrer Community. Gerade im Gaming Influencer Marketing kann diese Nähe entscheidend sein, weil viele Communities stark auf Vertrauen, gemeinsame Interessen und persönliche Interaktion basieren.

Micro-Influencer*innen wirken häufig authentischer, weil ihre Community überschaubarer ist und Interaktionen persönlicher stattfinden. Macro-Influencer*innen eignen sich hingegen besonders dann, wenn eine Kampagne schnell viel Sichtbarkeit erzielen soll. Welche Wahl sinnvoll ist, hängt deshalb stark vom Kampagnenziel ab: Geht es um Awareness, kann Reichweite im Vordergrund stehen. Geht es um Glaubwürdigkeit, Community-Aktivierung oder spezifische Subkulturen, sind kleinere Creator oft die bessere Wahl.

MYI Insight
Am HeroFest arbeiten wir beispielsweise mit vielen Micro-Influencer*innen. Sie produzieren für uns authentischen User Generated Content (UGC) in Form von Videos, die wir wiederum als Ads ausspielen, um trotzdem gute Reichweiten zu erzielen. So verbinden wir Community-Nähe mit skalierbarer Kampagnenwirkung.

Let’s Player, Content Creator, Expert*innen und Trendsetter*innen

Gaming Influencer*innen lassen sich auch nach ihrer inhaltlichen Rolle unterscheiden. Let’s Player unterhalten ihre Zuschauer*innen durch Gameplay, Reaktionen, Challenges oder persönliche Kommentare. Sie werden oft geschaut, weil sie unterhaltsam sind, eine starke Persönlichkeit mitbringen und ihre Community regelmässig an ihrem Gaming-Alltag teilhaben lassen.

Content Creator, Expert*innen und Trendsetter*innen gehen häufig noch einen Schritt weiter. Sie produzieren regelmässig Inhalte in Form von Videos, Streams, Blogposts oder Social-Media-Beiträgen und prägen durch Analysen, Reviews, Tutorials oder Meinungen die Wahrnehmung bestimmter Games, Genres oder Produkte. Ihre kreative Gestaltung, ihre individuelle Note und ihre Nähe zur jeweiligen Nische machen sie zu idealen Partner*innen für Kampagnen, die über klassische Werbung hinausgehen.

Gerade Expert*innen geniessen innerhalb ihrer Community eine besonders hohe Glaubwürdigkeit. Sie kennen ihre Nische genau, sprechen die Sprache ihrer Zielgruppe und können Produkte oder Marken glaubwürdig einordnen. Dadurch haben sie einen starken Einfluss auf Kaufentscheidungen und auf die Wahrnehmung von Marken.

Streamer*innen

Gaming Influencer Marketing zeigt Creator*innen als moderne Fernsehsender mit Reichweite, Unterhaltung und Community

Streamer*innen nehmen im Gaming Influencer Marketing eine besondere Rolle ein. Sie kommunizieren live, spontan und in direktem Austausch mit ihrer Community. Durch Live-Chats, Reaktionen und gemeinsame Erlebnisse entsteht eine besondere Nähe, die sich stark von klassischen Social-Media-Formaten unterscheidet.

Diese Nähe bietet Marken grosse Chancen, erfordert aber auch ein gutes Verständnis für die Dynamik der Plattform. Ein Stream ist nicht vollständig kontrollierbar. Genau darin liegt jedoch seine Stärke: Wenn eine Integration glaubwürdig ist und zur Community passt, kann sie sehr authentisch wirken. Wenn sie hingegen aufgesetzt erscheint, wird sie schnell kritisch hinterfragt.

Zum Beispiel organisierten beim YR2V-Event von 2024 grosse Streamer Watch-Parties, um das Erlebnis mit ihren Communities zu teilen. Dadurch wurde das Event nicht nur übertragen, sondern gemeinsam erlebt, kommentiert und in die bestehende Community-Kultur eingebettet.

Plattformen im Gaming Influencer Marketing

Die Wahl der richtigen Plattform ist entscheidend, um die jeweilige Zielgruppe optimal zu erreichen. Jede Plattform hat ihre eigenen Stärken, Formate und Erwartungshaltungen. Für erfolgreiches Gaming Influencer Marketing reicht es deshalb nicht aus, denselben Content überall auszuspielen. Inhalte müssen an Plattform, Community und Nutzungsverhalten angepasst werden.

Gerade im Gaming spielen plattformspezifische Besonderheiten eine grosse Rolle. Twitch und Discord sind beispielsweise deutlich stärker in der Gaming-Culture verankert als viele klassische Social-Media-Plattformen. Wer diese Kanäle nicht kennt, übersieht schnell zentrale Orte, an denen Gaming-Communities entstehen, wachsen und miteinander interagieren.

YouTube, Twitch, TikTok und Discord

All diese Plattformen bedienen unterschiedliche Bedürfnisse innerhalb der Gaming-Community. YouTube eignet sich besonders für längere Formate wie Reviews, Tutorials, Let’s Plays, Analysen oder Vlogs. Die Plattform bietet Raum für vertiefte Inhalte und langfristig auffindbaren Content.

Twitch ist die zentrale Plattform für Live-Erlebnisse. Hier stehen Echtzeit-Interaktion, Community-Nähe und spontane Reaktionen im Vordergrund. Streamer*innen können Produkte, Events oder Kampagnen direkt in ihr Programm einbinden und gemeinsam mit ihrer Community erlebbar machen.

TikTok funktioniert anders. Die Plattform lebt von kurzen, prägnanten und schnell konsumierbaren Inhalten. Sie eignet sich besonders für humorvolle Clips, schnelle Highlights, Trends und Teaser, die Aufmerksamkeit erzeugen und auf andere Plattformen weiterleiten können.

Discord wiederum ist weniger eine klassische Reichweitenplattform, sondern vielmehr ein Community-Hub. Hier findet Austausch statt, hier werden Gruppen organisiert und hier entstehen enge Bindungen zwischen Creator*innen, Marken und Communities. Für Marken kann Discord besonders wertvoll sein, wenn langfristige Community-Bindung statt kurzfristiger Aufmerksamkeit im Vordergrund steht.

Im Case von YR2V haben wir beispielsweise auf Twitch die E-Sports Matches live gestreamt, die mehrere Stunden dauerten. Für YouTube haben wir daraus längere Videos entwickelt, die stärker an Vlog-Formate angelehnt waren. Für TikTok entstanden wiederum kurze, snackable Inhalte, die einzelne Momente schnell und prägnant aufbereiteten.

Plattformoptimierter Content

Auch wenn sich Plattformen teilweise überschneiden, ist Instagram nicht TikTok und Twitch nicht YouTube. Ein genauer Blick auf Zielgruppe, Nutzungsverhalten und Content-Erwartung ist deshalb entscheidend.

Plattformoptimierter Content bedeutet, dass Format, Länge, Tonalität und Dramaturgie an die jeweilige Plattform angepasst werden. Ein ausführliches Review kann auf YouTube sehr gut funktionieren, während derselbe Inhalt auf TikTok deutlich kürzer, schneller und pointierter erzählt werden muss. Auf Twitch wiederum zählt weniger die perfekte Inszenierung als die glaubwürdige Integration in einen Live-Kontext.

Wer plattformübergreifend erfolgreich sein will, muss Inhalte nicht einfach kopieren, sondern intelligent übersetzen. Die Kernbotschaft kann gleich bleiben, die Umsetzung muss jedoch zur Plattform passen.

Engagement-Formate

Interaktive Elemente wie Live-Chats, Q&A-Sessions, Community-Abstimmungen, Watch-Parties oder gemeinsame Challenges fördern die aktive Einbindung der Zuschauer*innen. Solche Formate ermöglichen es Marken, nicht nur sichtbar zu sein, sondern Teil eines gemeinsamen Erlebnisses zu werden.

Gerade im Gaming ist dieser interaktive Charakter besonders wertvoll. Communities wollen nicht nur konsumieren, sondern mitreden, reagieren und mitgestalten. Marken, die diese Dynamik ernst nehmen, können Nähe aufbauen und wertvolles Feedback erhalten.

Dabei ist wichtig, dass Engagement-Formate nicht künstlich wirken. Eine Community merkt schnell, ob eine Aktion wirklich zu ihr passt oder nur als Werbemassnahme aufgesetzt wurde. Erfolgreiche Formate schaffen deshalb einen echten Mehrwert: Unterhaltung, Austausch, exklusive Einblicke oder die Möglichkeit, selbst Teil der Kampagne zu werden.

Zielgruppenspezifika

Die Zusammensetzung der Zuschauer*innen variiert je nach Plattform, Genre und Creator stark. Es gilt, die demografischen und psychografischen Besonderheiten der Nutzer*innen zu analysieren und gezielt anzusprechen. Ein humorvoller TikTok-Clip erreicht eine andere Erwartungshaltung als ein detailliertes Hardware-Review auf YouTube oder ein mehrstündiger Twitch-Stream.

Auch Gen Z spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Diese Zielgruppe ist mit digitalen Plattformen, Creator-Kultur und interaktiven Medien aufgewachsen. Sie erwartet schnelle, authentische und plattformgerechte Kommunikation. Gleichzeitig reagiert sie sensibel auf Marken, die Trends nur oberflächlich kopieren oder Community-Codes falsch einsetzen.

Nur wer die Zielgruppe richtig kennt, kann sie auf der passenden Plattform ansprechen oder auf einer beliebigen Plattform richtig ansprechen.

Mehr zu den Gaming Zielgruppen.

Erfolgsmessung im Gaming Influencer Marketing

Die Erfolgsmessung ist essenziell, um Gaming Influencer Marketing einzuordnen und zukünftige Strategien zu optimieren. Dabei sollte jedoch bereits vor Kampagnenstart klar sein, welches Ziel verfolgt wird. Nicht jede Kampagne muss direkte Conversions erzeugen. Manche Kampagnen sind auf Reichweite ausgelegt, andere auf Engagement, Community-Aufbau, Markenwahrnehmung oder konkrete Verkäufe.

KPIs und Metriken

Klare Key Performance Indicators (KPIs) helfen dabei, den Erfolg einer Kampagne messbar zu machen. Je nach Ziel können Reichweite, Impressions, Engagement Rate, Klicks, Watch Time, Community-Wachstum oder Conversion Rate relevant sein.

Wichtig ist, dass die KPIs zur Kampagnenlogik passen. Eine Awareness-Kampagne sollte nicht primär an Verkäufen gemessen werden, wenn sie gar nicht darauf ausgelegt war. Umgekehrt reicht reine Reichweite nicht aus, wenn das Ziel konkrete Leads, Registrierungen oder Käufe sind.

Reichweite und Engagement

Neben der reinen Anzahl erreichter Personen ist die Qualität der Interaktion entscheidend. Likes, Kommentare, Shares, Chat-Aktivität, Watch Time und Community-Reaktionen geben Hinweise darauf, wie gut der Content bei der Zielgruppe ankommt.

Gerade im Gaming ist Engagement besonders aussagekräftig, weil Communities häufig sehr aktiv reagieren. Ein Beitrag, der Diskussionen auslöst, geteilt wird oder in Streams aufgegriffen wird, kann für eine Marke wertvoller sein als eine rein hohe, aber passive Reichweite.

Conversion Rate

Die Conversion Rate zeigt, wie viele der erreichten Nutzer*innen eine gewünschte Handlung ausführen, etwa einen Kauf, eine Anmeldung, einen Download oder den Besuch einer Website.

Dabei muss beachtet werden, dass nicht jede Kampagne messbare Conversions als Hauptziel hat. Gerade im Gaming Influencer Marketing gibt es viele Kampagnen, die stärker auf Markenwahrnehmung, Community-Nähe oder Event-Aktivierung setzen. In solchen Fällen sind andere Kennzahlen oft aussagekräftiger als direkte Verkäufe.

Erfolgsmessung und Tools

Für die Auswertung von Influencer Kampagnen können Plattform-Insights, Tracking-Links, Rabattcodes, UTM-Parameter, Webanalyse-Tools und manuelle Reportings genutzt werden. Entscheidend ist nicht, möglichst viele Tools einzusetzen, sondern die richtigen Daten sauber zu erfassen und sinnvoll zu interpretieren.

Für viele Kampagnen reichen bereits die nativen Analytics der jeweiligen Plattformen in Kombination mit Google Analytics oder vergleichbaren Webanalyse-Tools aus. Bei komplexeren Kampagnen können zusätzliche Social-Listening- oder Influencer-Marketing-Tools sinnvoll sein. Wichtig ist jedoch, diese nicht blind auszuwählen, sondern passend zum Kampagnenziel, zur Plattform und zum verfügbaren Budget.

Eine sorgfältige Dokumentation hilft, Learnings für zukünftige Kampagnen abzuleiten. So wird Erfolgsmessung nicht nur zum Reporting, sondern zur Grundlage für kontinuierliche Optimierung.

Fazit

Erfolgreiches Gaming Influencer Marketing erfordert eine differenzierte Herangehensweise. Marken müssen verstehen, welche Influencer-Typen zu ihrem Ziel passen, welche Plattformen für ihre Zielgruppe relevant sind und welche Formate innerhalb der jeweiligen Community glaubwürdig funktionieren.

Dabei stehen Authentizität, Plattformverständnis und Community-Nähe im Mittelpunkt. Wer Influencer nur als Reichweitenkanal betrachtet, verschenkt grosses Potenzial. Wer sie hingegen als kulturelle Brücke zwischen Marke und Community versteht, kann nachhaltige Beziehungen aufbauen und Kampagnen entwickeln, die nicht als Fremdkörper wahrgenommen werden.

Die präzise Messung der Kampagnenerfolge hilft dabei, Learnings sichtbar zu machen und zukünftige Massnahmen gezielt zu verbessern. In einer Branche, in der Glaubwürdigkeit, Interaktion und Community-Engagement zentrale Erfolgsfaktoren sind, bildet Gaming Influencer Marketing einen starken Hebel für nachhaltiges Wachstum.

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MYI